Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Neu: Schiedsrichterpraktium

„Wir wollen zeigen, warum es uns so fasziniert.“

 

„Ihr seid wirklich nicht zu beneiden.“ - Oft hören Schiedsrichter diesen einen Satz. Meistens nach einem engen, kniffligen Spiel. Die Heimmannschaft hat in letzter Minute gewonnen und die treuen Anhänger im Vereinsheim diskutieren über den Freistoß, der zum entscheidenden Tor führte. Abseits oder nicht? War es überhaupt ein Foul? Und war nicht eigentlich schon Schluss? Die Kritik der Gästespieler war jedenfalls lautstark. Im Vereinsheim herrscht eine andere Meinung. Natürlich pro Schiedsrichter. Die Gastgeber waren schließlich siegreich. Statt konstruktiver Kritik bestimmen jedoch Mitleidsbekundungen die Gespräche. „Ihr habt es so schwer, kein Wunder, warum niemand Schiedsrichter werden will!“

 

„Damit muss Schluss sein!“, sagt Verbandsschiedsrichter Vincent Manthey. „Wir wollen kein Mitleid, sondern respektiert werden.“ Aus diesem Grund hat er gemeinsam mit seinem Vereinskollegen vom TuS Jevenstedt, Dajinder Pabla, das „Schiedsrichterpraktikum“ entwickelt. Dieses dient dazu die Schiedsrichtertätigkeit aus verschiedenen Perspektiven zu erleben. Es geht darum die öffentliche Wahrnehmung durch mehr Transparenz positiv zu beeinflussen, ein besseres Miteinander zu erwirken und natürlich auch Interesse für das Amt zu wecken. „Wir wollen nicht erzählen, warum wir Schiedsrichter geworden sind, sondern zeigen, warum wir es nach über zehn Jahren immer noch sind und warum es uns so fasziniert, sagt Pabla.“      

 

Das Schiedsrichterpraktikum ist dreistufig aufgebaut. Der oder die Teilnehmer können als erste Stufe ein reines Informationsgespräch in Anspruch nehmen. In diesem werden alle Fragen beantwortet. Es besteht aber auch die Möglichkeit sich direkt für die zweite Ebene zu entscheiden.  Das bedeutet, dass Interessenten einen Schiedsrichter oder ein ganzes Gespann zu einem Spiel begleiten. Diese können je nach Spielklasse in ganz Schleswig-Holstein stattfinden. Im letzten Abschnitt kehren sich die Seiten um. Der Praktikant pfeift selbst eine Partie und wird von einem erfahrenen Unparteiischen unterstützt. In Frage kommen Jugendspiele in den teilnehmenden Vereinen, die vom Verband nicht offiziell angesetzt werden. Obwohl die Reihenfolge aufeinander aufbaut, können Stufen übersprungen oder komplett ausgelassen werden. „Jeder erhält das, was er gerne möchte“, so Manthey.  

 

Eine genaue Zielgruppe für das Schiedsrichterpraktikum gibt es nicht. Jedenfalls ist jeder herzlich willkommen, der einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte. Zum Beispiel auch Trainer oder Spieler, die sich fortbilden oder einfach mal eine neue Erfahrung im Fußball sammeln möchten. Ob als einmaliges Erlebnis oder wiederkehrende Abwechslung. Eingeladen sind auch Journalisten, die das Schiedsrichterwesen von innen heraus betrachten wollen oder sich vielleicht schon einmal folgende Fragen gestellt haben. Mit welcher Strategie gehen die Schiedsrichter in das Spiel und warum? Welche geheimen Zeichen nutzen sie? Und wie wird mit Fehlern in der Halbzeitpause umgegangen? – Wer Schiedsrichter werden möchte, aber noch Restzweifel hat, kann diese durch das Praktikum abbauen. Und sollte es doch nicht das Richtige sein, dann wurde zumindest kein kompletter Lehrgang umsonst besucht. Das spart Zeit und Geld.  

 

Zum Team Schiedsrichterpraktikum gehören neben Vincent Manthey und Dajinder Pabla auch Paul Sommer (TuS Jevenstedt), Christian Meyer (SV Grün-Weiß Todenbüttel) und Lea Wolter (TuS Rotenhof). Unterstützt werden sie von ihren und weiteren Vereinen aus dem Kreisfußballverband Rendsburg-Eckernförde. Beteiligen können sich alle Vereine, die etwas für Schiedsrichter tun wollen. Dajinder Pabla: „Keiner von uns ist älter als 25 Jahre. Und trotzdem pfeifen wir zusammen schon über 35 Jahre Fußballspiele. Das funktioniert, weil der Fußball für uns einen Lebensmittelpunkt darstellt, Schiedsrichter sein ein besonderes Gefühl in uns auslöst und wir es mit unseren besten Freunden gemeinsam tun. - Schiedsrichter sind zu beneiden. Sei dabei und erfahre warum.“

 

Dajinder Daniel Pabla

(Team Schiedsrichterpraktikum)

 

Informationen unter:

https://www.tus-jevenstedt.de/sportarten/fussball/schiedsrichterpraktikum/

 

Kontakt über:

schiedsrichterpraktikum@web.de